Rechtecke zuschneiden OHNE Schnittmuster,

Speziallineale, Schneidematte oder Rollschneider

Was Sie dazu brauchen

Bügeleisen

Maßband und Lineal oder eine gerade Schiene

Stifte und/oder Kreide, je nachdem, was man besser auf dem Stoff sehen kann

Eine gute Stoffschere

Wie sieht ihr Stoffmuster aus?

"All-Over-Stoff"
d.h. der Stoff hat kein "Oben" und "Unten".
Es ist relativ egal, welchen Stoffausschnitt Sie verwenden.

Einen Stoff, der ganz klar "Oben" und "Unten" hat, bzw. einzelne Motive

Einen Stoff mit geometrischem Muster, z. B. bedruckten Karostoff

"All-Over-Stoff" zuschneiden

All-Over-Muster

1. Stoffstück grob - also etwas größer als benötigt - zuschneiden

2. Als erstes wird die Höhe zugeschnitten.
Dazu das Stoffstück falten und die Bruchkante bügeln. Im Bild ist das die untere waagrechte Kante.
Dann rechts und links oben die HALBE HÖHE ihres gewünschten Maßes anzeichnen

3. Die beiden gemessenen Punkte / Striche miteinander verbinden. Dann beide Stofflagen entlang des Strichs schneiden. Aufpassen, dass die beiden Lagen nicht verrutschen beim Schneiden, evtl. vorher mit ein paar Stecknadeln fixieren.

4. Jetzt sind die obere und die untere waagrechte Stoffkante parallel, also hat der Stoff rechts und links die gleiche Höhe.

5. Ob es geklappt hat, können Sie überprüfen, wenn Sie den Stoff zusammenfalten

6. Jetzt geht es darum, den Stoff in der BREITE zuzuschneiden.
Dazu falten Sie ihn in der anderen Richtung. Das Ganze funktioniert nur, wenn Sie die schon geschnittenen Kanten exakt aufeinander legen. Bruchkante bügeln und wie vorher auch, mit Lineal und Stift die HALBE BREITE anzeichnen...siehe Punkt 2 und 3.

7. Nun ist das zugeschnittene Rechteck fertig für die Weiterverarbeitung.

Stoffmuster mit einem "Oben" und "Unten" bzw. Einzelmotiven

Zuerst die Frage: Welchen Stoffausschnitt möchten Sie beim fertig genähten Stück sehen?

1. Z.B. würde man bei einem Stoffbeutel darauf achten, dass am oberen Rand das Muster nicht zu "abgeschnitten" aussieht.

2. Also ist die Überlegung, was soll als obere Kante zu sehen sein.
Es wird eine Nahtzugabe dazu gerechnet und noch 1 bis 2 Millimeter mehr.
Ziehen Sie eine Linie, wo geschnitten werden muß.

3. Von der gezogenen Linie messen Sie nun das Maß nach unten (plus untere Nahtzugabe)
Jeweils am rechten und am linken Stoffrand.
Beide Markierungen durch eine Linie verbinden.
Nun können Sie den oberen und den unteren Stoffrand abschneiden.

4. Das Stoffstück längs falten.
WICHTIG: die schon geschnittenen Stoffkanten müssen genau übereinander liegen.
Drüber bügeln.

5. Jetzt geht es weiter wie beim "All-Over"-Stoff, Punkt 2 und 3.
Also die HALBE gewünschte BREITE markieren, mit dem Lineal die Schnittlinie anzeichnen und den überflüssigen Stoff abschneiden.

6. Das fertige Rechteck

Vorsicht bei geometrischen Mustern. Sie wirken auf den ersten Blick rechteckig oder symmetrisch, sind dann aber doch leicht schief (bei gedruckten Karos kann das sein).
Hier müssen Sie entscheiden, wo das schief laufende Muster am wenigsten auffällt.
Also z.B. bei Beuteln:
Schneiden Sie zuerst die OBERE WAAGRECHTE Kante zu. (Dann wird das Muster an den Seitennähten leicht schief).
Die nächsten Schritte sind die gleichen wie beim Musterstoff mit den Törtchen.